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Quellen — Veranstaltungen und Personen

Praxisbericht · Netzwerk, Gespräche, Texte · Kann KI Architektur?

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Dieses Buch behandelt eine Materie, die sich der konventionellen Dokumentation entzieht. KI entwickelt sich in einem Tempo, das keine belastbare Halbwertszeit für gedruckte Informationen lässt. Studien, Artikel und Bücher sind überholt, bevor sie gedruckt und vertrieben werden. Auch entfernt der Prozess des Schreibens und Berichtens so stark von der praktischen Anwendung, dass man es mit einem schwierigen Spagat zu tun hat.

Wer den Stand der Dinge kennen will, muss mit Menschen sprechen, die täglich an der Entwicklung dieser neuen Technologie arbeiten. Das ist keine Einschränkung — es ist die Methode, auf der dieses Buch beruht.

Veranstaltungen

Der Aufbau und die Förderung von Netzwerken sind folglich der wichtigste Schlüssel zum Austausch dieser neuen, noch im Wachstum befindlichen Möglichkeiten. Die Community, die sich mit KI in Planung und Architektur beschäftigt, ist noch jung. Veranstaltungen, bei denen sich diese Menschen begegnen, sind noch vergleichsweise selten — und entsprechend wertvoll. Jedes der hier aufgeführten Events war mehr als ein Informationsangebot. Es war eine Gelegenheit zu entdecken, Menschen zu treffen, die ähnliche Fragen stellen, und Entwicklungen zu beobachten, die sich in keinem Bericht finden.

AEC Hackathon, Kopenhagen

Meine neuen Idole haben noch nichts gebaut.

Meine Reise in die Welt der Entwickler begann in Kopenhagen. Die in den USA gegründete Organisation AEC Hackathon veranstaltet seit 2013 Wettbewerbe, in denen entsprechend talentierte, junge Menschen binnen 48 Stunden aus dem Stand ein neues Planungswerkzeug oder eine neue digitale Lösung entwickeln.

Großer Dank an die Gastgeber Torben Klitgaard und Aske Strandberg für eine beeindruckende Veranstaltung.

hackaec.com

Smart Country Convention, Berlin

Es wird Zeit, dass wir unsere Projektstandorte besser verstehen.

Wie lässt sich unser Lebensraum mit neuen digitalen Lösungen besser erfassen, bewerten und nachhaltiger nutzen? In diesem Segment gibt es mehr Entwicklungen, als man meinen möchte. Wir haben im Kapitel C.3.1 einen kleinen Ausschnitt gezeigt. Eines der tief beeindruckenden Potentiale für die Zukunft von Planung und Architektur.

smartcountry.berlin/de

Rhino User Meeting, Berlin

Besuch im Maschinenraum der ganzen digitalen Entwicklung.

Bis zu diesem Treffen war ich der Überzeugung, dass Rhino-Grasshopper eine Arbeitsumgebung ist, mit der man komplexe Geometrien parametrisch konstruieren kann. Großer Dank an Dominik Zausinger und das Priedemann Facade Lab, die mir im Rahmen einer Tageskonferenz aufgezeigt haben, was für eine enorme Community um diese Software herum gewachsen ist.

AI in Practice Summit, London

Die Architektenschaft unter sich.

Der von Keir Regan-Alexander konzipierte und moderierte Summit bei der RIBA in London war der erste mir bekannte Versuch, KI nicht als Zukunftsthema, sondern als Gegenwartsaufgabe zu behandeln. Die zentrale Verschiebung: KI ist keine Spezialistentechnologie mehr, die man einführen kann oder nicht. Sie ist bereits da — in den Büros, in den Projektteams, auf den Telefonen der Mitarbeitenden. Die Frage lautet nicht mehr ob, sondern wie Planungsbüros einen strukturierten Umgang damit entwickeln.

Sieben Büros berichteten am Nachmittag im PechaKucha-Format von ihren Erfahrungen — von Heatherwicks interner Wissensbank bis zu Tim Fus „AI-first"-Büro, das an einem realen Bauprojekt zeigte, wie weit der Weg vom Experiment zur Ausführung noch ist. Die übergreifende Erkenntnis des Tages: KI in der Architektur ist weniger eine technologische als eine soziale Innovation. Sie verändert nicht nur Werkzeuge, sondern Rollen, Lernkulturen und die Art, wie Büros ihr Wissen organisieren.

Bericht zum Summit

Release AEC, Paris

Das „Release AEC" in Paris war die erste Veranstaltung dieser Art: eine von Philippe Brocard initiierte Plattform, auf der Architekten und Startup-Gründer sich nicht zur Produktschau, sondern zum echten Austausch trafen. In acht parallel laufenden Konferenzräumen stellten Finch, Spacio, Rayon, Qonic und andere vor, was sie in den vergangenen zwei Jahren entwickelt hatten.

Der Eindruck: Viele dieser Tools befinden sich mittlerweile in einer dritten Entwicklungsrunde — gereifter, stabiler, näher an der Praxis. Das Thema des Tages war Projektwissen: Wie lassen sich planungsrelevante Daten mit KI strukturieren und verfügbar machen? Am eindrücklichsten blieb Stanislas Chaillous Vortrag über Rayon — das einzige Werkzeug im Feld, das konsequent auf menschliche statt auf künstliche Intelligenz setzt. Die Erkenntnis des Tages: Wer die Entwicklung neuer Planungswerkzeuge nicht aktiv mitgestaltet, überlässt sie anderen.

Bericht zum Event

Personen 2024

Die Suche nach verwertbaren Informationen zur Anwendung von KI in Planung und Architektur ist vor allem eine Suche nach Menschen. Köpfe, die sich mit vergleichbaren Fragen beschäftigen, die eine Entwicklung durchlaufen und die parallel zum rasanten Fortschritt der technischen Möglichkeiten Erkenntnisse teilen und Perspektiven aufzeigen.

KI in Planung und Architektur ist keine Angelegenheit von Konzernen und Institutionen. Die Entwicklung wird von Menschen vorangetrieben — jung, engagiert, oft aus sehr unterschiedlichen Teilen der Welt. Die Namen, die hier aufgeführt sind, stehen für eine kleine Auswahl der Menschen, mit denen ich in den letzten Jahren gesprochen habe. Jedes Gespräch hat dieses Buch beeinflusst.

Keir Regan Alexander

Keir Regan-Alexander ist Architekt und AEC-Fachmann. Er veröffentlichte als einer der ersten Praktiker belastbare Einschätzungen zum Potenzial von KI in Architektur und Planung — auf Grundlage konkreter Büroarbeit, nicht theoretischer Spekulation. Das Kompetenzprinzip, das er dabei formulierte, lautet: KI sollte nur für Aufgaben eingesetzt werden, deren Ergebnis man selbst beurteilen kann. Wir greifen diesen Gedanken in Kapitel C.1.16 ausführlich auf.

Er konzipierte und moderierte den AI in Practice Summit beim Royal Institute of British Architects in London — nach unserem Kenntnisstand die erste Veranstaltung, die KI in der Architekturpraxis nicht als Zukunftsvision, sondern als Gegenstand laufender Büroarbeit behandelte. Seitdem stehen wir im regelmäßigen Austausch. Regan-Alexander gehört zu den wenigen Stimmen im Feld, denen wir in der Einschätzung des Stands der Dinge durchgehend vertrauen.

Verweis: C.1.16 · AI Adaption: 5 Lessons from Practice

Christian Müller Sienra

Christian Müller Sienra ist Redakteur für KI und Digitalisierung bei der competitionline Verlags GmbH in Berlin, einem der meistgenutzten deutschsprachigen Onlinemagazine für Architektur und Wettbewerb. Er beobachtet die Entwicklung von KI in der Planungsbranche mit journalistischer Kontinuität und gehört zu den wenigen im deutschsprachigen Raum, die einen breiten und aktuellen Überblick über das Feld haben.

Wir stehen seit Beginn unserer Recherche im Austausch und treffen uns regelmäßig auf Messen und Veranstaltungen. Das ist im deutschsprachigen Fachjournalismus eine seltene Kombination: inhaltliche Tiefe und redaktionelle Aktualität in einem Feld, das sich monatlich verändert.

Eric Sturm

Eric Sturm ist Berater für digitale Kommunikation mit Fokus auf KI-Anwendungen im Planungs- und Baubereich. Er war einer der Ersten im deutschsprachigen Raum, der praxisnahe Fortbildungskurse zur Anwendung von KI in Architektur anbot, und publiziert regelmäßig zu digitalen Trends in der Branche.

Wir luden ihn zu einem internen Webinar ein. Aus diesem Gespräch entstand das gemeinsame Seminarformat „Kann KI Architektur?", das wir seitdem an Architektenkammern und Bildungseinrichtungen durchführen. In bislang rund 50 Veranstaltungen haben wir damit etwa 2.000 Architektinnen und Architekten erreicht. Die Zusammenarbeit mit Sturm hat unser Verständnis davon geprägt, wie das Thema in der Breite der Profession vermittelt werden kann — und welche Fragen dabei immer wieder auftauchen.

Stjepan Mikulić

Stjepan Mikulić ist Gründer von AI in AEC, einer Organisation, die Schulungen, Ressourcen und praxisorientiertes Wissen zur Integration von KI in Architektur, Ingenieurwesen und Bauwesen bündelt. Zu seinen Angeboten gehören eine frei zugängliche Datenbank mit KI-Werkzeugen für die Branche sowie strukturierte Lernmaterialien für den Einstieg.

Wir trafen ihn beim AEC Hackathon in Kopenhagen — zu einem Zeitpunkt, als er mit einer dokumentierten Liste von 600 KI-Werkzeugen gerade in die Selbständigkeit gestartet war. Seitdem stehen wir im regelmäßigen Austausch. Mikulić hat ein feines Gespür dafür, welche Werkzeuge im Praxiseinsatz tragen und welche es nicht tun.

Veranstaltung: AEC Hackathon

Jacques Chevrant

Jacques Chevrant ist Architekt und beschäftigt sich mit Veränderungsprozessen in der gebauten Umwelt, insbesondere mit Fragen zu Materialien, Ressourcenkreisläufen und digitaler Infrastruktur in der Planungsbranche. Er ist ein Verfechter des Open-Source-Gedankens.

Wir trafen ihn beim AEC Hackathon in Kopenhagen. Das Gespräch hat eine Frage aufgeworfen, die uns seitdem beschäftigt: Wie lässt sich das verteilte Erfahrungswissen einer Branche so aufbereiten, dass KI-Systeme damit belastbar arbeiten können?

Verweis: TOOL – Revalu

Pamela Nunez Wallgren

Pamela Nunez Wallgren ist Mitgründerin und Geschäftsführerin von Finch, einem Softwareunternehmen, das KI-gestützte Werkzeuge für architektonische Entwurfs-Workflows entwickelt. Sie verantwortet die Außenkommunikation des Unternehmens.

Wir trafen sie beim AEC-Release in Paris. Das Gespräch machte deutlich, wie viel Klarheit und Durchhaltevermögen es braucht, ein junges Technologieunternehmen in einer traditionell geprägten Branche glaubwürdig zu positionieren. Für uns macht Finch deutlich, dass der Übergang von einem Spezialwerkzeug zu einer breit einsetzbaren Plattform nicht nur eine technische, sondern vor allem eine kommunikative Aufgabe ist.

Verweis: TOOL – Finch

Jesper Wallgren

Jesper Wallgren ist schwedischer Architekt und Mitgründer sowie Chief Product Officer von Finch 3D. Die Plattform nutzt generative KI-Modelle und graphbasierte Algorithmen zur Unterstützung früher Planungsphasen — insbesondere bei der Entwicklung von Grundrissvarianten und Raumprogrammen unter funktionalen und wirtschaftlichen Vorgaben.

Wir trafen ihn beim AEC Hackathon in Kopenhagen. Die Verbindung aus architektonischem Fachwissen und technischer Produktentwicklung ist im Feld selten — und erklärt, warum Finch in der Planungspraxis so anders funktioniert als reine Tech-Produkte. Sein Hintergrund als Architekt macht den Unterschied: Finch denkt Entwurfslogik, nicht nur Geometrie.

Verweis: TOOL – Finch

Timo Hartmann

Timo Hartmann ist Professor für Systems Engineering an der Technischen Universität Berlin. Er forscht an der Schnittstelle von digitaler Informationsverarbeitung und dem Bau- und Infrastrukturwesen, mit Schwerpunkten in Building Information Modelling, digitalen Zwillingen und der Integration von Simulationsmethoden in Planungsprozesse.

Wir trafen ihn in Berlin, anlässlich des von ihm veranstalteten AEC Hackathons. Er zeigt, dass die Verbindung zwischen akademischer Forschung und Planungspraxis im Bereich Digitalisierung nicht nur möglich, sondern notwendig ist — und dass sie konkreter Institutionen bedarf, die sie aktiv herstellen.

Veranstaltung: AEC Hackathon

André Vonthron

André Vonthron ist Mitgründer und Geschäftsführer der VSK Software GmbH, einem Anbieter webbasierter Anwendungen für die regelbasierte Prüfung digitaler BIM-Modelle. Das Unternehmen entwickelt Werkzeuge zur automatisierten Analyse von Gebäudemodellen mit Fokus auf offene Standards.

Wir trafen ihn auf der Messe 80 Sekunden Bau in Berlin. Das Gespräch hat ein grundlegendes Problem sichtbar gemacht, das uns seitdem beschäftigt: Die meisten neuen Softwarelösungen lassen sich nicht ohne erheblichen Aufwand in laufende Planungsprojekte integrieren. Die Frage der Integrationsfähigkeit bleibt für uns eines der zentralen ungelösten Probleme im Feld.

Cristiano Coretti

Cristiano Coretti ist Architekt mit mehr als zehn Jahren Erfahrung im Entwurf und in der angewandten Gestaltung. Er ist Mitgründer und Chief Product Officer bei laiout, einem PropTech-Unternehmen, das Werkzeuge zur automatisierten Erstellung von Raum- und Flächenlayouts entwickelt. In dieser Rolle verbindet er architektonisches Fachwissen mit Produktentwicklung für eine Aufgabe, die in frühen Entwurfsphasen erheblichen manuellen Aufwand erzeugt.

Wir sprachen im Rahmen unseres Produkttests von laiout und gaben anschließend Entwicklungshinweise weiter. Die Frage, wie frühe Entwurfsvarianten schnell und belastbar evaluiert werden können, beschäftigt uns in Kapitel B.1.6 und C.3.3.

Tariq Kaddoura

Tariq Kaddoura ist Gründer und Geschäftsführer der Metabuild GmbH, einem Unternehmen, das datenbasierte Entscheidungsprozesse für die Immobilienwirtschaft entwickelt und begleitet. Sein Schwerpunkt liegt auf der Verbindung von Technologie, architektonischem Entwurf und wirtschaftlicher Bewertung in frühen Planungsphasen.

Wir sprachen im Rahmen unseres Produkttests von Metabuild und gaben Entwicklungshinweise weiter. Seitdem stehen wir im regelmäßigen Austausch. Die Frage, wie sich wirtschaftliche Kennzahlen früher in den Entwurfsprozess integrieren lassen, ist für uns eine der zentralen offenen Aufgaben — und Kaddoura gehört zu den wenigen, die sie produktspezifisch adressieren.

Verweis: TOOL – Metabuild

Amritha Krishnan

Amritha Krishnan ist Architektin und arbeitet an der Schnittstelle von Architektur, Bauwesen und Künstlicher Intelligenz. Im AEC-Bereich entwickelt sie technische Konzepte, um KI-gestützte Methoden in frühe Entwurfsprozesse einzubinden, und begleitet Nutzer bei der Integration entsprechender Werkzeuge in den Büroalltag.

Wir sprachen im Rahmen unseres Produkttests von Snaptrude und gaben Entwicklungshinweise weiter. Seitdem stehen wir im regelmäßigen Austausch zu neuen Funktionen der Software. Dass das Gespräch von Anfang an auf Augenhöhe stattfand — als Planerin mit Planerin — hat die Qualität des Austauschs geprägt und zu einem ehrlichen Blick auf Stärken und Grenzen des Werkzeugs geführt.

Verweis: TOOL – Snaptrude

Marc-Christian Hodapp

Marc-Christian Hodapp ist Architekt und Mitgründer der Urbanistic GmbH, wo er als Geschäftsführer tätig ist. Das Unternehmen entwickelt Softwarewerkzeuge für städtebauliche Analysen und frühe Entwurfsphasen — mit dem Ziel, Planungsentscheidungen durch strukturierte Datengrundlagen zu unterstützen und Entwurfsvarianten schneller bewertbar zu machen.

Wir stehen seit Beginn unserer Recherche im regelmäßigen Austausch. Was ihn von vielen anderen Entwicklern im Feld unterscheidet: Er denkt das Werkzeug vom Planungsprozess her, nicht vom technischen Möglichkeitsraum. Das ist im Feld keine Selbstverständlichkeit.

Verweis: TOOL – Urbanistic

Elias Pajares

Elias Pajares ist Mitgründer und Geschäftsführer der Plan4Better GmbH. Er verfügt über Expertise in Verkehrsplanung und Geographischen Informationssystemen und leitet das Unternehmen mit Fokus auf karten- und datenbasierte Technologien für nachhaltige Stadt- und Mobilitätsplanung.

Wir trafen Pajares auf der Smart Country Convention in Berlin. Anschließend sprachen wir im Rahmen unseres Produkttests von Plan4Better. Für uns relevant ist vor allem der Fokus auf Erreichbarkeitsanalysen und Mobilitätsdaten — ein Bereich, der in frühen städtebaulichen Standortbewertungen oft zu wenig Gewicht hat.

Verweis: TOOL – Plan4Better

Dominik Zausinger

Dominik Zausinger ist Digitalisierungsexperte im Bauwesen mit Schwerpunkt auf digitalen Prozessen, BIM-Methoden und der Integration neuer Technologien in Architektur und Konstruktion. Er ist Organisator des Rhino User Meetings in Berlin.

Der Kontakt entstand über seine LinkedIn-Beiträge. Er lud uns zum Rhino User Meeting ein — einer Veranstaltung, die sich als ungewöhnlich produktiv erwiesen hat, weil sie Werkzeugentwickler und Anwender auf Augenhöhe zusammenbringt. Sein Beitrag zu diesem Buch ist vor allem indirekter Natur: Er hat uns mit Menschen und Werkzeugen in Kontakt gebracht, die wir sonst nicht gefunden hätten.

Veranstaltung: Rhino User Meeting Berlin

Jeroen van Lith

Jeroen van Lith ist Architekt und Softwareentwickler. Er hat Architektur an der Delft University of Technology studiert und zusätzlich Informatik an der University of Bristol absolviert. Er ist Gründer von PlanFinder, einem Softwareunternehmen, das Machine-Learning-gestützte Werkzeuge für die automatisierte Grundrissoptimierung in frühen Entwurfsphasen entwickelt.

Wir trafen ihn auf dem Rhino User Meeting in Berlin und tauschten uns über unsere Erfahrungen aus dem Produkttest von PlanFinder aus. Die seltene Kombination aus Architektur- und Informatikausbildung macht ihn zu einem Entwickler, der die Planungspraxis versteht — und Werkzeuge baut, die sich daran orientieren.

Verweis: TOOL – PlanFinder

Alex Kamenev

Alex Kamenev ist Gründer und Geschäftsführer von Aino, einem Unternehmen, das KI-gestützte GIS- und Standortdatenanalyse entwickelt. Das System ermöglicht dialogbasierte Abfragen von Standortinformationen über eine kartografische Oberfläche — ohne Programmierkenntnisse vorauszusetzen.

Wir sprachen im Rahmen unseres Produkttests von Aino.World und gaben Entwicklungshinweise weiter. Was uns an Aino.World besonders interessiert, ist die Möglichkeit, Standortrecherchen mit natürlichsprachlichen Abfragen zu kombinieren — ein Beispiel dafür, wie KI-Interaktion in der Planungspraxis niedrigschwellig und produktiv zugleich sein kann.

Verweis: TOOL – Aino.World

Anika Meisters

Anika Meisters arbeitet als Senior Key Account Managerin bei der syte GmbH, einem PropTech-Unternehmen, das daten- und KI-gestützte Plattformen für die Immobilien- und Projektentwicklungsbranche anbietet. Sie ist eine der zentralen Ansprechpersonen des Unternehmens.

Wir haben sie bei mehreren Anlässen getroffen. In den Gesprächen wurde deutlich, was es bedeutet, ein datenintensives Technologieprodukt für eine Branche aufzubereiten, die an Belastbarkeit und Nachvollziehbarkeit von Aussagen hohe Anforderungen stellt.

Verweis: TOOL – Syte

Matthias Zühlke

Matthias Zühlke ist Architekt sowie Co-Founder und CEO der syte GmbH, eines Start-ups aus Münster, das KI-gestützte Analyse- und Bewertungswerkzeuge für Grundstücke und Bestandsgebäude entwickelt. Das Unternehmen wurde mit dem Deutschen KI-Preis ausgezeichnet. Zühlke ist außerdem Initiator des Vereins Syndikat Bauwende, der sich für eine nachhaltige Transformation der Bauwirtschaft einsetzt.

Zühlke verbindet in seinem Ansatz zwei Themen, die in der Planungsbranche selten zusammen auftreten: datengetriebene Standortbewertung für frühe Projektentscheidungen und eine explizit auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Haltung zur Bauwirtschaft.

Verweis: TOOL – Syte

Abhinav Bhardwaj

Abhinav Bhardwaj ist Architekt mit Schwerpunkt auf urbanem Design, Computational Design und dem Einsatz daten- und algorithmusbasierter Methoden im Städtebau. Er beschäftigt sich mit praktischen Werkzeugen für algorithmische Stadtplanung — mit dem Ziel, vollautomatisierte Entwurfsvorschläge auf Quartiersebene zu ermöglichen.

Wir verfolgen seine Arbeit und haben mehrfach gesprochen. Unsere eigene Recherche hat gezeigt, dass ein vollständig automatisierter Planungsprozess ohne menschliche Moderation keine belastbaren Ergebnisse liefert. Bhardwaj arbeitet an den Grenzen genau dieses Problems. Wenn es jemanden gibt, der diesem Ziel nahekommt, dann ihn. Wir schauen weiter auf seine Entwicklung.

Mayur Mistry

Mayur Mistry ist Gründungsmitglied und technischer Gestalter im Schnittfeld von Künstlicher Intelligenz und gebauten Umgebungen. Er gilt als einer der aktivsten Netzwerker und Kommunikatoren im Segment KI in der AEC-Branche und publiziert einen Newsletter zu Technologien in Bau und Planung.

Wir sprachen und nehmen seitdem an seinem WhatsApp-Kanal teil, in dem sich rund 300 Fachleute simultan zu aktuellen Entwicklungen austauschen. Es ist eines der wenigen Formate, das schnelle Information mit direktem Praxisbezug verbindet — und das uns mehrfach auf Werkzeuge und Entwicklungen hingewiesen hat, die wir sonst erst später wahrgenommen hätten.

Personen 2025

Shira Nathan

Shira Nathan arbeitet an der Schnittstelle von Architektur, Technologie und Künstlicher Intelligenz. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Integration digitaler Werkzeuge und KI-gestützter Methoden in Planungs- und Entwurfsprozesse. Sie ist eine der zentralen Stimmen von Rayon nach außen.

Wir haben sie bei verschiedenen Anlässen getroffen. In den Gesprächen wurde deutlich, was uns an Rayon grundsätzlich interessiert: Ein Werkzeug, das die Planungsintelligenz beim Anwender belässt, ist schwieriger zu vermitteln als eines, das einfach Ergebnisse produziert. Das ist ein Qualitätsmerkmal — kein Nachteil.

Verweis: TOOL – Rayon

Stanislas Chaillou

Stanislas Chaillou ist französischer Architekt, Designer und Forscher. Er hat an der EPFL und in Harvard studiert und war an der Entwicklung von Spacemaker beteiligt, bevor dieses von Autodesk übernommen wurde. Heute leitet er bei Autodesk Forma die KI-Forschung. Er ist Autor des Buchs „Architecture in the Age of Artificial Intelligence" und gehört zu den wenigen, die den Übergang von der Forschung zur Planungspraxis aktiv mitgestaltet haben.

Wir sprachen und trafen ihn beim AEC-Release in Paris. Seitdem stehen wir im regelmäßigen Austausch zur Weiterentwicklung von Rayon. Die Haltung, die Rayon trägt — Autorenschaft der Planung bleibt beim Menschen — ist eine, die wir in diesem Buch an mehreren Stellen aufgreifen.

Verweis: TOOL – Rayon · Buch – From Research to Practice

Franz Forsberg

Franz Forsberg ist Architekt und Unternehmer mit Schwerpunkt auf rechnergestütztem Design, Tages- und Kunstlichtplanung sowie thermischen und klimatischen Studien. Er ist Mitgründer von Spacio, einer Plattform, die frühe Entwurfsphasen durch Simulation und generative Methoden unterstützt.

Wir trafen ihn zunächst in unserem Büro in Berlin, später beim AEC-Release in Paris. Für uns ist Spacio eines der wenigen Werkzeuge im städtebaulichen Kontext, das Entwurfs- und Performanceperspektive in einer frühen Planungsphase produktiv verbindet.

Verweis: TOOL – Spacio

Yannic Schwarz

Yannic Schwarz ist Mitgründer und in der Geschäftsführung des Berliner Start-ups PeliCAD, das KI-gestützte Visualisierungslösungen für Architektur- und Bauprojekte entwickelt. PeliCAD automatisiert die Erstellung hochwertiger Visualisierungen aus CAD-Daten.

Wir sprachen im Rahmen unseres Produkttests der Software. Das Gespräch hat deutlich gemacht, dass die Automatisierung von Präsentationsaufgaben in vielen Büros unterschätzt wird — obwohl hier erheblicher Zeitgewinn möglich ist.

Verweis: TOOL – PeliCAD

Ian Keough

Ian Keough ist Softwareentwickler und gilt als Begründer von Dynamo — einer visuellen Programmierumgebung für Building Information Modelling. Nach seiner Zeit bei Autodesk gründete er Hypar, eine Plattform für modellbasierte Gebäudeentwicklung, die parametrische Planung mit offenen Schnittstellen verbindet.

Wir sprachen im Rahmen unseres Produkttests von Hypar. Seinen Artikel „A New Foundation For Building Design" haben wir im Quellenverzeichnis aufgeführt — er beschreibt präzise, wohin sich rechnergestütztes Entwerfen entwickelt. Hypar steht für eine Überzeugung, die wir teilen: Planungssoftware sollte offen, erweiterbar und auf Zusammenarbeit ausgelegt sein.

Verweis: TOOL – Hypar · Artikel: A New Foundation For Building Design

Ismail Seleit

Ismail Seleit arbeitet an der Schnittstelle von Architektur, computergestütztem Entwerfen und Künstlicher Intelligenz. Sein Schwerpunkt liegt auf der Integration von Machine-Learning-Methoden in Planungs- und Entwurfsprozesse, mit besonderem Fokus auf KI-gestützte Bilderzeugung für Architekturdarstellungen.

Wir trafen ihn auf dem AI in Practice Summit in London und beim AEC-Release in Paris. Seine Arbeit hat unser Verständnis von KI-gestützter Bildarbeit geprägt, das wir in Kapitel C.2 beschreiben. Wer KI-gestützte Bildarbeit ernst nimmt, kommt an seinem Ansatz nicht vorbei.

Verweis: ATN – The Architects Network

Sofia Malmsten

Sofia Malmsten ist schwedische Architektin mit Schwerpunkt auf Computational Design, generativem Design und algorithmischen Methoden in Architektur und Städtebau. Sie ist Mitgründerin und in Führungsverantwortung bei Parametric Solutions, dem Unternehmen hinter der Plattform Hektar.

Wir sprachen im Rahmen unseres Produkttests von Hektar. Das Gespräch hat unser Verständnis davon vertieft, was vollautomatisierte Volumengenerierung leisten kann — und wo ihre Grenzen als Planungshilfe liegen. Eine Grenze, die wir in Kapitel B.1.2 grundsätzlich diskutieren.

Verweis: TOOL – Hektar

Oana Taut

Oana Taut ist rumänische Architektin und Computational Designerin mit Schwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz in der Architektur. Sie hat einen Masterabschluss in Advanced Architecture vom Institute for Advanced Architecture of Catalonia. Sie ist Entwicklerin von Infrared.City, einem Werkzeug zur klimatischen Analyse von Außenräumen.

Wir sprachen im Rahmen unseres Produkttests. Infrared.City ist für uns eines der wenigen Werkzeuge, das klimatische Außenraumanalyse in frühen Planungsphasen zugänglich macht — ohne aufwendige Simulationsinfrastruktur.

Verweis: TOOL – Infrared.City

Luk Vermeulen

Luk Vermeulen ist Mitgründer und Geschäftsführer der Software Kontekst, einem Unternehmen, das Softwarelösungen für digitale Dokumentation und Informationsmanagement im Bauwesen entwickelt.

Wir sprachen über Datenmanagement in Planung und Architektur. Seitdem stehen wir im regelmäßigen Austausch zu Fragen des digitalen Wissensmanagements. Sein Ansatz zeigt, dass digitales Informationsmanagement keine abstrakte IT-Aufgabe ist, sondern eine Planungsgrundlage.

Verweis: TOOL – Kontekst

Ann-Christin Gah

Ann-Christin Gah ist Gründerin im Schnittfeld von Bau- und Technologiebranche mit Fokus auf KI im Construction Project Management. Sie ist mit der Technischen Universität München verbunden und entwickelt Lösungen, die Planungs- und Bauprozesse durch KI-gestützte Methoden unterstützen.

Wir sprachen im Rahmen unseres Produkttests von Alago. Das Gespräch hat gezeigt, dass KI-gestütztes Dokumentenmanagement in der Planungspraxis dann produktiv wird, wenn die Nutzer selbst wissen, welche Information sie wann brauchen.

Verweis: TOOL – Alago

Nikos Argyros

Nikos Argyros ist im Bereich Produktentwicklung und Wachstum bei Speckle tätig, einem Unternehmen mit Fokus auf offene digitale Infrastruktur für Design- und Bauprozesse. Speckle entwickelt Werkzeuge zur strukturierten Übertragung und Verknüpfung von Planungsdaten zwischen verschiedenen Softwareumgebungen.

Wir trafen ihn in unserem Büro in Berlin. Das Gespräch hat uns geholfen, realistischer einzuschätzen, welche Voraussetzungen wir schaffen müssen, bevor Werkzeuge wie Speckle für uns produktiv nutzbar werden.

Verweis: Speckle – Data Driven Design

Oliver Thomas

Oliver Thomas ist britischer Architekt mit Schwerpunkt Computational Design und technologische Innovation im Bauwesen. Er arbeitet als Computational Designer bei der Bjarke Ingels Group und betreibt das Architect Network (ATN), eine Lernplattform mit Kursangeboten zur Anwendung digitaler Werkzeuge in der Architektur.

Wir haben ihn bislang nicht persönlich getroffen oder gesprochen. Er ist dennoch in diesem Buch vertreten, weil er zu den wenigen relevanten Vermittlern im Bereich KI in der Architektur gehört, die einen gezielten, praxisorientierten Beitrag zur Aus- und Weiterbildung leisten. ATN ist für uns ein Hinweis darauf, dass praxisnahe Weiterbildung im Bereich KI und Computational Design besser in spezialisierten Netzwerken aufgehoben ist als in allgemeinen Fortbildungsformaten.

Verweis: ATN – The Architects Network

Philipp Hollberg

Philipp Hollberg ist Mitgründer und Geschäftsführer der CAALA GmbH, einem Technologieunternehmen, das Softwarelösungen zur Lebenszyklusanalyse und CO₂-Optimierung in der Bau- und Immobilienbranche entwickelt.

Wir trafen ihn auf der Expo Real in München. Seitdem stehen wir im regelmäßigen Austausch. Hollberg ist einer der wenigen Entwickler im Feld, die konsequent vom Planungsprozess her denken — nicht vom technischen Möglichkeitsraum. CAALA ist eines der wenigen Werkzeuge, das Nachhaltigkeitsbewertung so früh in den Planungsprozess verlagert, dass sie tatsächlich Entwurfsentscheidungen beeinflussen kann.

Verweis: TOOL – Caala

Antonia Langner

Antonia Langner ist Bauingenieurin und Mitgründerin des Software-Start-ups LastBIM, das Werkzeuge für digitales Informationsmanagement in der Bauplanung bereitstellt. Sie bringt Branchenwissen aus digitaler Bauplanung und BIM-Management in das Unternehmen ein.

Wir sprachen. Unser eigener Produkttest von LastBIM steht noch aus. Das Gespräch hat bestätigt: Wer KI in die Planungsarbeit integrieren will, muss zuerst klären, welches Wissen digital verfügbar ist. Informationsmanagement muss als Planungsgrundlage behandelt werden — nicht als nachgelagerter Verwaltungsaufwand.

Maximilian Vomhof

Maximilian Vomhof ist Architekt und engagiert sich für Open-Source-Ansätze in der Planungsbranche. Er beschreibt sich selbst als „Architect turned Change Maker" und arbeitet daran, Wissenstransfer und digitale Kollaboration zwischen Büros und Plattformen zu stärken.

Wir sprachen. Die Gespräche mit Vomhof haben uns in der Einschätzung bestärkt: Wissenstransfer und Kollaboration sind keine Nebenbedingungen für KI in der Architektur — sie sind Voraussetzungen.

Timo Bilhöfer

Timo Bilhöfer ist Architekt mit Schwerpunkt auf der Anwendung digitaler Methoden und Künstlicher Intelligenz in Planungsprozessen. Er hat Architektur und Stadtplanung an der Universität Stuttgart studiert; seine Masterarbeit befasste sich mit synästhetischer KI und Co-Kreation in Planungsprozessen. Er arbeitet im Bereich Change-Management für die Einführung von KI in Architekturbüros — einer der wenigen, die das Thema explizit als Organisations- und Führungsaufgabe verstehen, nicht als Softwarefrage.

Wir trafen ihn und stehen seitdem im regelmäßigen Austausch. Das Gespräch hat bestätigt, was wir in Abschnitt D ausführen: Die Einführung von KI in Büros scheitert seltener an der Technik als an fehlenden organisatorischen Strukturen.

Miriam Kümmel

Miriam Kümmel ist Co-Founderin von Blue Guardrails, einem Unternehmen, das sich auf den strukturierten Umgang mit Sprachmodellen spezialisiert hat — insbesondere auf den Aufbau belastbarer KI-gestützter Wissensdatenbanken für Organisationen.

Wir sprachen. Ihre Kompetenz adressiert eine der Aufgaben, die für uns zentral wird: digitales Bürowissen und digitales Projektwissen so aufzubereiten, dass Sprachmodelle damit verlässlich arbeiten können. Ihre Einschätzung deckt sich mit unserer Erfahrung: Solange Bürowissen nicht strukturiert digital vorliegt, bleibt der Nutzen von Sprachmodellen in der Projektarbeit begrenzt.

Allister Lewis

Allister Lewis ist britischer Architekt, Technologieexperte und Unternehmer mit Schwerpunkt auf digitaler Transformation in der Bau- und Planungsbranche. Er betreibt unter anderem einen Marktplatz für ConTech-Software und gilt als einer der aktivsten Netzwerker und Kommunikatoren im Segment KI in der AEC-Branche.

Wir trafen ihn beim AEC-Release in Paris. Für uns ist Lewis vor allem relevant, weil er den Überblick über ein Feld hält, das sich schneller bewegt, als es ein einzelnes Büro verfolgen kann. Er weiß, welche Werkzeuge sich in der Praxis durchsetzen — und welche trotz guter Außendarstellung scheitern.

Personen 2026

Thomas Chapman

Thomas Chapman ist Entwickler von Softwarewerkzeugen für Architektur und Landschaftsplanung. Er hat das Plugin LandArchTools für Rhino programmiert, das in der Landschaftsarchitektur und der AEC-Softwarelandschaft verbreitet eingesetzt wird.

Wir sprachen Anfang des Jahres über KI in der Landschaftsplanung. Unser eigener Produkttest steht noch aus. Das Gespräch hat ein Feld sichtbar gemacht, das in diesem Buch nur am Rande vorkommt — und das wir in einer zukünftigen Ausgabe stärker berücksichtigen wollen. Landschaftsplanung ist im KI-Kontext deutlich unterrepräsentiert.

Loren Gütinger

Loren Gütinger ist Gründer und Mitarbeiter bei VOUND, einem Unternehmen im Bereich digitaler Geschäftsprozesse und Künstlicher Intelligenz. Er arbeitet an KI-gestützten Lösungen für Büro- und Akquiseprozesse, darunter das Werkzeug 10xAkquise.

Wir sprachen im Rahmen unseres Produkttests von VOUND. Das Werkzeug adressiert einen Teil der Büroarbeit, der in der KI-Diskussion selten im Vordergrund steht — Akquise und Außendarstellung. VOUND ist ein Beispiel dafür, dass KI-gestützte Unterstützung nicht immer an den komplexen Kernaufgaben der Planung ansetzen muss — manchmal liegt der größte Zeitgewinn woanders.

Verweis: TOOL – VOUND

Nate B. Jones

Nate B. Jones ist Produktexperte und Analyst im Bereich Künstliche Intelligenz und Produktstrategie. Er war unter anderem Head of Product bei Midjourney. Er bewertet KI-Entwicklungen mit einer Nüchternheit, die im Feld selten ist, und verbindet strategisches Denken mit einer realistischen Einschätzung von Chancen und Risiken.

Wir haben ihn weder getroffen noch gesprochen. Er ist dennoch in diesem Buch vertreten, weil er Anfang des Jahres in einem Satz formuliert hat, was unsere mehrjährige Recherche als Kernbefund ergeben hat: Für die produktive Anwendung von KI geht es nicht um neue Software-Kompetenzen, sondern um neue Management-Kompetenzen. Dieser Gedanke trägt das Buch. Sein Satz hat uns in der Arbeit mehr beschäftigt als jede technische Einschätzung — und erklärt, warum Abschnitt D so ausführlich geraten ist.

Texte

Der Abschnitt zu textlichen Quellen ist der schwierigste. Zwar gibt es zunehmend Bücher, Artikel und Studien, einige davon von bleibendem Wert. Die wichtigsten Impulse jedoch kamen nicht aus textlichen Abhandlungen im klassischen Sinne. Stattdessen stammen bis heute die wichtigsten Anstöße aus LinkedIn-Posts, die einen Gedanken in drei Sätzen auf den Punkt bringen — und aus YouTube-Videos, in denen jemand eine neue Funktion in Echtzeit vorführt.

Buch — Architecture in the Age of Artificial Intelligence (2021)

Neil Leach, Architekt und Theoretiker, legt mit diesem Buch einen der ersten systematischen Versuche vor, KI als gestalterisches Werkzeug in der Architektur zu beschreiben — zu einem Zeitpunkt, als generative KI noch ein Laborversuch war und der Zugang zur breiten Öffentlichkeit noch zwei Jahre entfernt lag. Das Buch ist für das Verständnis der Vorgeschichte dieser Entwicklung berechtigt und relevant. Es bleibt aber die Beschreibung der Lokomotive aus der Perspektive des Speisewagens.

Buch — From Research to Practice (2022)

Stanislas Chaillou gehört zu den wenigen, die nicht über die Entwicklung von KI in der Architektur berichten, sondern sie von innen heraus mitgestaltet haben. Ausgebildet an der EPFL und Harvard, entwickelte er bereits in seiner Masterarbeit ArchiGAN — einen der ersten ernsthaften Versuche, neuronale Netze für die Generierung von Grundrissen einzusetzen. Anschließend arbeitete er im R&D-Bereich von Spacemaker, dem norwegischen Startup, das von Autodesk übernommen wurde und heute als Forma weitergeführt wird.

Sein Buch ist kein Kommentar zu dieser Entwicklung — es ist ein früher Teil davon. Dass er heute mit Rayon einen vollständig anderen Weg einschlägt und bewusst auf menschliche statt künstlicher Intelligenz setzt, macht ihn zu einer der interessantesten Stimmen in diesem Feld.

Artikel — AI-Adoption: 5 Lessons from Practice (2024)

Keir Regan-Alexander veröffentlicht diesen Artikel zu einem Zeitpunkt, als die meisten Planungsbüros das Thema KI noch beobachten, anstatt es anzufassen. Fünf Lektionen, destilliert aus Workshops und Gesprächen mit Büros in ganz Europa. Die erste und wichtigste: KI ist keine Stilfrage und kein IT-Problem — sie ist eine horizontale Veränderung, die jeden Bereich eines Büros berührt, von Projekt über Kommunikation bis Akquise. Wer sie ins IT-Department delegiert, hat das Wesen der Sache nicht verstanden. Der Artikel war einer der ersten Texte, der den Unterschied zwischen Beobachten und Handeln klar benannt hat.

arka.works/projects/ai-adoption-5-lessons-from-practice

Artikel — A New Foundation For Building Design (2025)

Ian Keough gründete Hypar mit einer Frage, die einfacher klingt, als sie ist: Warum plant immer noch der Mensch, obwohl wir die Regeln kennen? Wenn sich eine Deckenplatte verschiebt, folgen Struktur, Fassade und Haustechnik bestimmten, bekannten Gesetzmäßigkeiten. Wir besitzen heute die digitalen Systeme, um diese Abhängigkeiten abzubilden. Was wir nicht besitzen, sind Systeme, die auf dieser Grundlage eigenständig ein Gebäude planen. Stattdessen haben wir AutoCAD bekommen, dann Revit — Werkzeuge, die Zeichnungen schneller herstellen, aber den Planungsprozess selbst unangetastet lassen. Keoughs Artikel ist ein nüchterner Befund: Gemessen an dem, was in den 1960ern für möglich gehalten wurde, sind wir kaum vorangekommen.

buildingcomputer.io

Studie — GenAI Divide (2025)

Eine MIT-nahe Forschungseinrichtung legt eine Studie vor, deren Kernbefund ernüchternd ist: 95 Prozent aller Unternehmen scheitern daran, KI profitabel in ihre Geschäftsprozesse zu integrieren. Nicht aus Mangel an Investitionen, sondern weil punktuelle Optimierungen keine strukturelle Transformation ersetzen. Wer KI in alte Abläufe einfügt, ohne das Geschäftsmodell anzupassen, erzielt keinen messbaren Gewinn — er macht dasselbe nur etwas schneller.

Für uns war diese Studie kein Schlusspunkt, sondern ein Ausgangspunkt. Der Befund trifft Planung und Architektur ins Mark: KI ist kein Planungswerkzeug — sie ist ein Kommunikations- und Entscheidungswerkzeug. Wer das versteht, beginnt anders zu fragen. Nicht: Welche Aufgabe kann die KI für mich erledigen? Sondern: Wie muss ich meine Arbeitsprozesse gestalten, damit KI darin einen echten Platz findet? Diese Verschiebung in der Fragestellung hat das Kapitel D dieses Buches ausgelöst.

Glossar

25 Kernbegriffe in alphabetischer Reihenfolge. Jeder Eintrag nennt den Abschnitt, in dem der Begriff schwerpunktmäßig behandelt wird.

A – Z

Agent / Agentisches Handeln — KI-System, das eine Aufgabe selbstständig in mehrere Schritte zerlegt und diese eigenständig ausführt — ohne dass der Nutzer jeden Zwischenschritt anweist. → C.1.4, C.1.15

Autonomiegrad — Maß dafür, wie selbstständig ein KI-System bei einer Aufgabe agiert — von der Einzelantwort bis zur vollautomatischen Prozesskette. Je höher der Autonomiegrad, desto wichtiger ist die eigene Urteilsfähigkeit des Anwenders. → C.1.8

BIM (Building Information Modelling) — Planungsmethode, bei der ein Gebäude als strukturiertes Datenmodell beschrieben wird. Grundlage vieler KI-gestützter Planungswerkzeuge. → A.1.4, C.3.3

Chatbot — Software, die natürlichsprachliche Eingaben verarbeitet und in Echtzeit antwortet. Sammelbezeichnung für Werkzeuge wie ChatGPT, Claude oder Gemini. → C.1.1, C.1.5

ControlNet — Erweiterung für Bildgeneratoren, die es ermöglicht, die Bildkomposition durch strukturelle Vorgaben zu steuern — etwa durch Linienpläne oder Silhouetten. → C.2.5

Custom GPT / Custom Agent — Spezialisierte Instanz eines Sprachmodells, konfiguriert mit einem definierten Systemprompt und spezifischen Dokumenten. Ermöglicht standardisierte Assistenten für wiederkehrende Büroaufgaben. → C.1.10

Data Driven Design — Planungsansatz, bei dem Entwurfsentscheidungen auf Grundlage strukturierter Daten abgeleitet werden — etwa Geodaten, Klimamesswerte oder wirtschaftliche Kennzahlen. → B.1.4

Deep Research — Funktion einiger Chatbots, bei der das System eine Rechercheaufgabe eigenständig in Teilschritte zerlegt, im Internet sucht und ein strukturiertes Ergebnis liefert. → C.1.8

Diffusionsmodell — Technisches Verfahren, das modernen Bildgeneratoren zugrunde liegt. Das Modell erzeugt Bilder, indem es schrittweise aus zufälligem Rauschen ein dem Prompt entsprechendes Bild entwickelt. → C.2.5

DSGVO — Europäische Datenschutz-Grundverordnung. Für Planungsbüros relevant, sobald personenbezogene Daten oder vertrauliche Projektunterlagen in KI-Werkzeuge eingegeben werden. → C.1.13, C.1.16

EU AI Act — Europäische Verordnung zur Regulierung von KI-Systemen, schrittweise in Kraft seit 2024. Schreibt für bestimmte Anwendungsbereiche Transparenz- und Dokumentationspflichten vor. → D.2

Generatives Design — Entwurfsverfahren, bei dem ein Algorithmus anhand definierter Parameter eigenständig Varianten erzeugt. Der Anwender legt Rahmenbedingungen fest, das System schlägt Lösungen vor. → C.3.2, C.3.3

Geodaten / GIS — Raumbezogene Daten wie Grundstücksgrenzen, Bebauungspläne oder Verkehrsnetze. GIS bezeichnet die Software zu ihrer Verwaltung und Analyse. → C.3.1

Halluzination — Ausgabe eines Sprachmodells, die inhaltlich falsch ist, aber überzeugend klingt. Das Modell erfindet Quellen, Fakten oder technische Details. Ergebnisse aus Chatbots müssen grundsätzlich verifiziert werden. → C.1.1, C.1.7

InPainting — Funktion von Bildgeneratoren, die es ermöglicht, einen ausgewählten Bildbereich neu zu generieren, während der Rest unverändert bleibt. → C.2.4

Kompetenzprinzip — Von Keir Regan-Alexander formulierter Grundsatz: KI sollte nur für Aufgaben eingesetzt werden, deren Ergebnis der Anwender selbst beurteilen kann. → C.1.16

Kontext / Kontextfenster — Alle Informationen, die einem Sprachmodell in einer Sitzung zur Verfügung stehen — Konversationsverlauf, Dokumente, Systemprompt. Das Kontextfenster ist die technische Obergrenze dieser Information. → C.1.3

LLM / Sprachmodell — Large Language Model. Technische Grundlage moderner Chatbots. Trainiert auf großen Textmengen, berechnet das Modell die wahrscheinlichste Fortsetzung einer Eingabe. Es weiß nichts im menschlichen Sinne. → C.1.1

OCR (Optical Character Recognition) — Automatische Texterkennung in Bildern oder eingescannten Dokumenten. Moderne Chatbots integrieren OCR direkt — eingescannte Planunterlagen können damit ohne Umwege ausgewertet werden. → C.1.11

Prompt / Prompting — Ein Prompt ist die Eingabe, mit der ein Nutzer ein KI-System anweist. Prompting ist die Praxis, Aufgaben so zu formulieren, dass das System nützliche Ergebnisse liefert. Eine erlernbare Kompetenz. → C.1.2

RAG (Retrieval Augmented Generation) — Verfahren, bei dem ein Sprachmodell vor der Antwort gezielt in einer Dokumentensammlung sucht und die gefundenen Textstellen einbezieht. Ermöglicht den Einsatz büro- oder projektspezifischen Wissens ohne Neutraining. → C.1.11

Reasoning Model — Sprachmodell, das vor der Antwort eine explizite Denkphase durchläuft. Nützlich bei komplexen Abwägungen, bei denen eine einfache Assoziation nicht ausreicht. → C.1.4

Stable Diffusion — Open-Source-Bildgenerierungsmodell, das lokal betrieben werden kann. Erfordert technisches Einrichtungswissen, bietet dafür maximale Kontrolle und keinen Datentransfer an externe Server. → C.2.5, C.2.7

Systemprompt — Vordefinierter Instruktionstext, der einem Sprachmodell vor dem Gespräch übergeben wird und sein Verhalten steuert — etwa Rolle, Tonfall, Format oder fachlichen Rahmen. → C.1.10, C.1.16

Workflow — Geplante Abfolge von Schritten, in der verschiedene KI-Funktionen miteinander kombiniert werden. Planungsaufgaben lassen sich selten mit einem einzelnen Prompt lösen; ein Workflow zerlegt sie kontrolliert in Teilschritte. → C.1.4, C.2.7