Abschnitt D
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Abschnitt D — Lernpfad

Praxisbericht · Fünf Lernmodule mit Übungsaufgaben · Kann KI Architektur?

D.0 Orientierung

Auch nach Jahren intensiver Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz kommt uns die neue Technologie oft vor wie ein endloses Territorium, das es noch zu erkunden gilt. Die Werkzeuge sind bekannt und etabliert. Die Möglichkeiten sind beschrieben. Die meisten haben die neue Technik mittlerweile in irgendeiner Form in den Händen gehabt. Und doch fehlt vielen der Zugang für eine konstante und produktive Anwendung im Arbeitsalltag.

Wer KI zielgerichtet einsetzen will, muss üben — nicht abstrakt, nach Feierabend, sondern im eigenen Arbeitskontext. Arbeiten Sie an konkreten Aufgaben, im laufenden Betrieb. Diese Erkenntnis klingt banal. Und doch sind wir überzeugt: Genau hier scheitert der größte Teil aller Integrationsversuche.

Handgeschrieben Januar 2026, redaktionell überarbeitet März 2026.

D.0.1 Überleben im Outback

Inhaber und Entscheidungsträger sind aufgefordert, ihre Belegschaft in die Lage zu versetzen, die neue Technologie dort zu erlernen, wo sie zum Einsatz kommen soll: im Büro, bei der Arbeit.

Diese Aufgabe lässt sich nicht delegieren. Nicht an die jüngeren Kolleginnen und Kollegen, die zwar einen schnellen Bezug zu neuen digitalen Systemen mitbringen, aber noch nicht ausreichend Erfahrung mit den Anforderungen des Planungsalltags haben. Auch nicht an die BIM- und IT-Experten, die sich die neue Technik längst angeeignet haben. Der Mehrwert entsteht dort, wo der Schwerpunkt der Wertschöpfung liegt: in der Mitte.

Die entscheidende Fähigkeit für die produktive Anwendung von KI im Berufsalltag ist keine Softwarekompetenz. Sie ist älter und vertrauter als jedes KI-System: die Fähigkeit, Aufgaben zu formulieren, Anforderungen zu klären und komplexe Ziele in bearbeitbare Schritte zu zerlegen. Wer gut delegieren kann, bringt das Wesentliche für die Arbeit mit KI bereits mit.

Nate B. Jones hat sechs Kompetenzbereiche definiert, die unsere eigenen Erfahrungen der vergangenen Jahre wunderbar auf den Punkt bringen. Diesen wollen wir drei einfache Grundlagen für den Anfang voranstellen:

a) Arbeitsplatz einrichten — Erproben Sie den Umgang mit KI dort, wo Sie selbst arbeiten und dann, wenn Sie bei der Arbeit sind. Vertagen Sie die Auseinandersetzung nicht in die Abendstunden oder das Wochenende. Prompten muss in dem Moment funktionieren, in dem Ihr Kopf auf „Arbeiten" fokussiert ist.

b) Ergebnisse formatieren — Vergegenwärtigen Sie sich die Grundregeln, mit denen die vom Chatbot abgerufene Antwort formatiert wird. Seien Sie nicht frustriert, wenn es nicht gleich von Anfang an funktioniert. Übung macht den Meister.

c) Dialogisches Prompten Besprechen Sie die Aufgaben, die Ihnen durch den Kopf gehen, mit Ihrem Chatbot. Erörtern Sie mögliche Lösungsansätze. Halten Sie den Chatbot davon ab, sich gleich an die Umsetzung zu machen, ohne dass Sie die Zielsetzung ausreichend definiert haben.

Die sechs Kompetenzbereiche nach Nate B. Jones:

Context Assembly — Die Fähigkeit, relevante Informationen so zusammenzustellen, dass ein KI-System die Aufgabe präzise verstehen und bearbeiten kann.

Quality Judgement — Die Fähigkeit, KI-generierte Ergebnisse kritisch zu bewerten und zu erkennen, wann diese verlässlich sind und wann nicht.

Task Decomposition — Die Fähigkeit, komplexe Aufgabenstellungen in handhabbare, klar definierte Teilschritte zu zerlegen.

Iterative Refinement — Die Fähigkeit, erste KI-Ergebnisse als Ausgangspunkt zu behandeln und durch schrittweise Überarbeitung zur gewünschten Qualität zu führen.

Workflow Integration — Die Fähigkeit, KI nahtlos in die tägliche Arbeitspraxis einzubetten, statt sie als separate Aktivität zu behandeln.

Frontier Recognition — Die Fähigkeit, die Grenzen aktueller KI-Systeme zu erkennen und zu wissen, wo sie leistungsfähig sind und wo sie versagen.

Unsere dringende Empfehlung: Diese Kompetenzen lassen sich nicht konzeptionell studieren. Sie entstehen ausschließlich durch Praxis — im eigenen Arbeitskontext, an konkreten Aufgaben, im laufenden Betrieb.

Der Abschnitt LERNEN soll Ihnen einen Leitfaden in die Praxis geben: Die folgenden Kapitel sind entlang dieser sechs Kompetenzbereiche strukturiert.

Handgeschrieben Januar 2026, redaktionell überarbeitet März 2026.

D.0.2 Zeit ins Üben zu kommen

Man kann beliebig viele Fachbücher zu einer Fremdsprache auswendig lernen. Die Sprache hingegen erlernt sich nur in der praktischen Anwendung.

Für Künstliche Intelligenz gibt es keine Bedienungsanleitung. So nachvollziehbar es auch sein mag, dass zunächst ein grundsätzliches Bedürfnis nach Orientierung besteht — es ist alles nichts, ohne dass Sie den Weg in die praktische Anwendung finden.

Die meisten, die wir im Verlauf der vergangenen Jahre gesprochen und beobachtet haben, scheitern an drei Hürden: Die KI schafft es nicht, aus dem Stand Produkte zu liefern, die den Erwartungen entsprechen, die der berufliche Alltag üblicherweise an Sie und Ihre Arbeitsprodukte stellt. Der rechtliche Rahmen, insbesondere für den Einsatz im beruflichen Umfeld, ist unklar. Und das berufliche Umfeld ermöglicht es nicht, parallel zur eigentlichen Arbeit einen praktischen Einstieg zu finden.

Handgeschrieben Januar 2026, redaktionell überarbeitet März 2026.

D.0.3 Finden Sie Ihre Perspektive

Beachten Sie bei den folgenden Übungsvorschlägen, dass unsere Perspektive auf das Thema KI nicht zwangsläufig die Ihre ist.

Zwar verfolgt dieses Buch das Ziel, einen möglichst allgemeinen Überblick zu geben — es ist jedoch aus der Perspektive von KI-Enthusiasten geschrieben, die sich im Verlauf von Jahren einige praktische Erfahrung angeeignet haben, die wir mittlerweile als gegeben voraussetzen. Auch sind die folgenden Empfehlungen für die praktische Anwendung im beruflichen Kontext eines Planungsbüros ausgerichtet.

Kreative und Gestalter werden einen anders gelagerten Schwerpunkt suchen als KI-Skeptiker. KI-Novizen werden einen anderen Weg beschreiten als diejenigen, die schon lange praktische Erfahrung gesammelt haben und auf Grundlage dieses Buches abgleichen wollen, was es sonst noch zu wissen gibt.

Handgeschrieben Januar 2026, redaktionell überarbeitet März 2026.

D.1 Den Einstieg finden

Frontier Recognition — Wo endet die Leistungsfähigkeit des Systems, und wo beginnt Ihre eigene Verantwortung?

Konzipiert, Oktober 2025, überarbeitet handschriftlich März 2026.

D.1.1 Einführung „Einstieg"

Ziel: Übungsplatz einrichten.

Erstellen Sie sich eine Arbeitsumgebung und setzen Sie erste Berührungspunkte mit verschiedenen Chatbots. Schaffen Sie sich eine Ablagestruktur, um Ihre Ergebnisse mit anderen zu teilen und später für sich bewerten zu können.

Versuchen Sie, an Themen und Aufgabenstellungen zu arbeiten, die mit Ihrer täglichen Arbeit verwandt sind. Vermeiden Sie es jedoch, gleich zu Beginn den Leistungs- und Erwartungsdruck Ihres beruflichen Alltags in die ersten Aufgaben hineinzuprojizieren, die Sie mit KI bearbeiten wollen.

Lernen Sie zu experimentieren, zu spielen und vor allem aus Fehlschlägen zu lernen. Wer in dieser Phase ehrlich beobachtet, was die KI kann und was nicht, legt den Grundstein für Frontier Recognition — die Fähigkeit, die Grenzen eines Systems realistisch einzuschätzen.

Konzipiert, Oktober 2025, überarbeitet handschriftlich März 2026.

D.1.2 Hilfestellungen „Einstieg"

D.1.2.1 Übungsraum. KI erlernt sich am besten in dem Umfeld, in dem sie Ihnen bei der Arbeit behilflich sein soll. Für die Unterstützung im Büro ist es daher am besten, unmittelbar in Ihrem Arbeitsumfeld zu üben. Schaffen Sie sich dazu angemessene Zeiträume während des beruflichen Alltags.

D.1.2.2 Orientierung. KI ist ein neues Werkzeug. Erlernen Sie zunächst, mit allgemeinen KI-Anwendungen kleinere Aufgaben zu meistern, bevor Sie nach spezifischen Softwarelösungen suchen, die größere Abschnitte Ihrer Arbeit erledigen sollen. Frontier Recognition beginnt hier: Wer ein Werkzeug nicht kennt, kann seine Grenzen nicht beurteilen.

D.1.2.3 Grundverständnis. KI ist eine neue Sprache. Auch wenn die Oberfläche von KI Ihrer Muttersprache entspricht: Sie werden für den Umgang mit diesen Systemen ein neues Denken und Formulieren erlernen müssen. Context Assembly — die Fähigkeit, einem Chatbot die Informationen bereitzustellen, die für die Bearbeitung erforderlich sind — will gelernt sein. Sie entwickelt sich durch Wiederholung.

D.1.2.4 Experiment. Um die Möglichkeiten von KI zu verstehen, sind wechselnde Perspektiven unverzichtbar. Erlauben Sie sich, auch an Aufgabenstellungen zu arbeiten, die nicht unmittelbar zu einem verwertbaren Ergebnis führen. Iterative Refinement beginnt damit, ein erstes Ergebnis anzusehen — und den nächsten Prompt zu formulieren, statt aufzugeben.

D.1.2.5 Fehlerkultur. KI wird nicht auf Anhieb verstehen, was Sie wollen. Schenken Sie falschen Ergebnissen besondere Aufmerksamkeit. Aus diesen lässt sich üblicherweise mehr lernen als durch schnell erzielte Erfolge. Ein schlechtes Ergebnis ist ein Hinweis auf einen unpräzisen Prompt — und damit eine Einladung, Context Assembly weiterzuentwickeln.

Konzipiert, Oktober 2025, überarbeitet handschriftlich März 2026.

D.1.3 Übungen „Einstieg"

D.1.3.1 Übung — Einen Arbeitsplatz einrichten.

Schaffen Sie sich den erforderlichen Raum, um unmittelbar während der Arbeit kleine Übungsaufgaben zu absolvieren.

Aufgabe — Übungsraum: Richten Sie sich bei Google ein separates E-Mail-Konto für Trainingszwecke ein. Nutzen Sie den damit enthaltenen Zugang zu Google Drive für die Ablage von Trainingsmaterialien und Ergebnissen. Schaffen Sie sich eine thematische Struktur, um Ihren eigenen Fortschritt bei unterschiedlichen Aufgaben in Verlauf der Zeit nachverfolgen zu können.

D.1.3.2 Übung — Die Formatierung der Antworten steuern.

Ergebnisse formatieren — Lernen Sie, die von der KI zu erstellenden Antworten gezielt zu formatieren.

Aufgabe — Rollenverständnis: Richten Sie einen Agenten ein und geben Sie diesem im Systemprompt eine Rolle und eine Vorgabe zum Format der erwarteten Antworten — zum Beispiel ein Poet, der nur im Versmaß antwortet, oder ein übellauniger Teenager, der keine zwei zusammenhängende Sätze von sich gibt. Fragen Sie anschließend: „Was gibt es heute Abend zu essen?" Wiederholen Sie den Versuchsaufbau in verschiedenen Konstellationen und vergleichen Sie Ihre Ergebnisse.

D.1.3.3 Übung — Mit dem Chatbot sprechen.

Dialogisch prompten — Lernen Sie, frei gesprochene Inhalte mit KI zu erfassen und strukturieren.

Aufgabe — AudioChat: Führen Sie mit Ihrem Chatbot im AudioChat-Modus einen frei gesprochenen Dialog, in dem Sie Ihre Erwartungshaltung an Künstliche Intelligenz erörtern. Überlegen Sie, in welchen Bereichen Ihrer täglichen Arbeit KI Sie unterstützen sollte und welche Aufgaben Sie gerne komplett an die neue Technik überantworten möchten. Schließen Sie mit der Aufforderung: „Fasse das Gespräch zusammen und erstelle mir daraus eine strukturierte Themenliste." Nutzen Sie die Zusammenfassung des ersten Gesprächs als Anhang für eine zweite Runde.

D.1.3.4 Übung — Mit etwas Einfachem anfangen.

Quality Judgement — Lernen Sie, ein einfaches gestalterisches Ziel mit KI zu visualisieren.

Aufgabe — T-Shirt-Contest: Nutzen Sie ein Bildgenerierungswerkzeug, um ein weißes T-Shirt vor neutralem Hintergrund zu erstellen. Gestalten Sie das T-Shirt anschließend mit Farben, Mustern, Applikationen bis zu einem Fashion-Statement. Erstellen Sie in einem zweiten Chat eine neutrale Person und bekleiden Sie diese mit dem zuvor entworfenen T-Shirt. Transferieren Sie abschließend die Person mit ihrem T-Shirt in den Kontext eines Fashion-Shootings. Achten Sie darauf, wie Ihre Prompts formuliert sein müssen, damit das Ergebnis Ihren Vorstellungen entspricht. Task Decomposition beginnt damit, einen komplexen Bildwunsch in aufeinanderfolgende, einzelne Anweisungen zu zerlegen.

D.1.3.5 Übung — Fehlschläge auswerten.

Frontier Recognition — Lernen Sie, sich die Umstände zu vergegenwärtigen, bei denen KI ihre Vorgabe nicht versteht.

Aufgabe — T-Shirt-Fails: Ergänzen Sie Ihre Präsentation der T-Shirt-Challenge um die Fails — also die Bilder, die nicht so geworden sind, wie Sie es wollten. Notieren Sie bei jedem Fehlschlag, was die Ursache war: ein zu vager Prompt, ein falsches Werkzeug, oder eine Aufgabe, für die das System grundsätzlich nicht geeignet ist. Frontier Recognition beginnt bei ehrlicher Dokumentation. Organisieren Sie einen Termin, bei dem Sie und Ihre Kollegen sich gegenseitig Ihre T-Shirts vorstellen.

Konzipiert, Oktober 2025, überarbeitet handschriftlich März 2026.

D.2 Den ethischen Kompass definieren

Frontier Recognition + Quality Judgement — Chatbots sind keine neutralen Gesprächspartner. Sie sind auf Zustimmung trainiert — und das ist ein bekanntes Systemproblem.

Konzipiert, Oktober 2025, überarbeitet handschriftlich März 2026.

D.2.1 Einführung „Ethik"

Ziel: Behalten Sie Ihre Meinung.

Lernen Sie, mit der KI komplexere Inhalte zu erörtern und aus dem Dialog am Schluss ein strukturiertes Fazit zu ziehen. Welche inhaltliche Basis liefert die Technik in Antwort auf Ihre Fragen? Wie reagiert die KI auf Einwände? Gerät der Diskurs zum Austausch mit einem Jasager?

Nutzen Sie die KI, um sich zu verschiedenen ethischen Fragen eine fundierte Meinung zu bilden. Versuchen Sie, im Dialog mit dem Chatbot die Grenzlinie zwischen digitalem Assistenzsystem und Ihrer eigenen Meinung auszuloten. Erforschen Sie Wege, wie aus dem Chatverlauf abschließend ein weiterverwertbares Positionspapier erstellt werden kann.

Frontier Recognition ist hier besonders gefragt: Ein Chatbot kann Argumente liefern, Gegenargumente formulieren und Quellen benennen. Ob diese Argumente stichhaltig und die Quellen verlässlich sind, müssen Sie selbst beurteilen.

Konzipiert, Oktober 2025, überarbeitet handschriftlich März 2026.

D.2.2 Hilfestellungen „Ethik"

D.2.2.1 Arbeitsplätze. Den Einfluss von KI auf Ihre beruflichen Aufgaben erfasst man am besten durch aktive Auseinandersetzung mit der neuen Technologie. Die wichtigsten Lösungen können nur aus dem konkreten Wissen über Ihre eigenen Aufgaben kommen. Kein externer Berater und kein Chatbot kennt Ihren Arbeitsalltag so gut wie Sie selbst.

D.2.2.2 Berufsbild. KI wird viele Berufsbilder in den kommenden Jahren nachhaltig verändern. Analysieren Sie, wie sich Ihr Aufgabenpensum durch KI verändern könnte und welche Prozesse sich möglicherweise automatisieren lassen. Task Decomposition hilft dabei: Wer seine eigene Arbeit in Teilschritte zerlegen kann, erkennt schneller, welche davon delegierbar sind.

D.2.2.3 Energieverbrauch. Arbeiten Sie grundsätzlich verantwortungsbewusst und ressourcenschonend. Vergegenwärtigen Sie sich, wo in Ihrer Berufsausübung die größten Verbräuche liegen. Es liegt in unserer Verantwortung, KI für gesellschaftlich produktive Lösungen einzusetzen, die den Energieverbrauch rechtfertigen.

D.2.2.4 Kreativität. KI zeigt bislang wenig Fähigkeit, ohne gezielte Vorgabe einen eigenständigen Gedanken zu formulieren oder von sich aus eine inhaltliche Richtung vorzugeben. Versuchen Sie experimentell ein Gefühl für das notwendige Maß an Vorgabe zu entwickeln — das ist der Kern von Context Assembly: Ohne ausreichend Kontext und klare Richtungsvorgabe bleibt das Ergebnis generisch.

D.2.2.5 Datenhoheit. Architektur lebt von Vorbildern. Die Frage, welcher Anteil eines Entwurfs wirklich schöpferisch neu ist und welcher auf übernommenen Formen, Typologien und Referenzen beruht, muss jeder für sich selbst beantworten. Ist die eigene Schöpfung ein Werk, das vor unerlaubtem Zugriff zu schützen ist? Oder ein öffentlicher Beitrag, über den man sich freut, wenn er wahrgenommen und zitiert wird?

Konzipiert, Oktober 2025, überarbeitet handschriftlich März 2026.

D.2.3 Übungen „Ethik"

D.2.3.1 Übung — Welche Arbeit kann mir mein Chatbot abnehmen?

Iterative Refinement — Lernen Sie im Dialog mit dem Chatbot konkrete Aufgabenfelder zu definieren.

Aufgabe — Bestandsaufnahme Arbeitsplatz: Nehmen Sie das Ergebnis Ihrer ersten Erörterung mit dem Chatbot als Anlage für einen neuen Thread. Fordern Sie Ihren Chatbot auf, eine Reihe von Aufgaben zu benennen, die er aus Ihrer täglichen Arbeit konkret übernehmen kann. Führen Sie den Dialog so lange fort, bis Sie zwei oder drei Aufgaben herausgearbeitet haben, die Sie aus Ihrer eigenen Erfahrung gut und unmittelbar bewerten können. Setzen Sie die naheliegendste Aufgabe um. Konnten Sie das Ergebnis unmittelbar verwenden?

D.2.3.2 Übung — Wie transformiert KI meine Arbeitsabläufe?

Task Decomposition — Gliedern Sie die vorangegangene Aufgabe in kleinere Arbeitsschritte, mit denen Sie den Chatbot durch die Abarbeitung steuern wollen.

Aufgabe — Rollentausch: Wie würden Sie einem Praktikanten die zuvor bearbeitete Aufgabe erläutern? Eskortieren Sie den Chatbot durch eine möglichst kleinteilige Schrittfolge. Wählen Sie Ihre Sprache so, dass Missverständnisse nach Möglichkeit ausgeschlossen sind. Welcher projektspezifische Kontext ist erforderlich? Vergleichen Sie das Ergebnis mit Ihrer eigenen Leistung: Was hat die KI besser oder schneller gemacht? Was schlechter? Was fehlt grundsätzlich?

D.2.3.3 Übung — Welche Energie verbrauche ich mit KI?

Task Decomposition — Lernen Sie, mit einer gezielten Schrittfolge eine prüffähige Kalkulation mittels KI zu erstellen.

Aufgabe — Energiebilanz: Ermitteln Sie mit Ihrem KI den normativen Energieverbrauch Ihres Arbeitsplatzes im aktuellen Regelbetrieb (Licht, Heizung, Kaffeemaschine, Computer, Telefonie etc.). Differenzieren Sie das Ergebnis anteilig nach produktiven Betriebszeiten und Bereitstellungszeiten. Stellen Sie dem Ergebnis gegenüber: Wie viel Text generiert eine KI für die von Ihnen ermittelte Summe (kWh)? Wie verändert sich die Bilanz bei durchschnittlich einem oder zwei Tagen Homeoffice pro Woche?

D.2.3.4 Übung — Ein Bild: Kann KI für mich kreativ sein?

Frontier Recognition — Vergegenwärtigen Sie sich die Grenzen des räumlichen Vorstellungsvermögens von KI.

Aufgabe — Erläuterungsbericht: Geben Sie Ihrem Chatbot eine möglichst detailliert ausformulierte Beschreibung einer architektonischen Komposition — am besten die einführenden Absätze der Entwurfsbeschreibung Ihres letzten Wettbewerbsbeitrags. Bitten Sie anschließend den Chatbot, die textliche Darstellung in eine oder mehrere Visualisierungen zu übersetzen. Wie weit ist das Ergebnis von Ihrer Intention entfernt? Versuchen Sie den Gegenbeweis: Geben Sie der KI eine Visualisierung aus einem Ihrer Projekte und bitten Sie um eine detaillierte Beschreibung.

D.2.3.5 Übung — Eine Gestaltung: Kann ich mit KI kreativ sein?

Task Decomposition — Erarbeiten Sie eine eigenständige Gestaltung.

Aufgabe — Datenhoheit: Wählen Sie aus der vorangegangenen Aufgabe ein Motiv als Ausgangspunkt. Erarbeiten Sie daraus mit Ihrem Chatbot im Dialog eine möglichst vollständige Gestaltung: Grundriss, Ansicht, Materialität, Farbigkeit, Detaillierung, Ausstattung. Nutzen Sie nur Ihre eigene Sprache. Vermeiden Sie unter allen Umständen, externe Urheber in Ihrem Prompt zu zitieren — keine konkreten Produkte, Stile oder bestehende Bauwerke benennen.

Konzipiert, Oktober 2025, überarbeitet handschriftlich März 2026.

D.3 Die rechtlichen Pflichten verstehen

Quality Judgement — Ein Chatbot kann Rechtsfragen aufbereiten. Ob seine Antwort verlässlich ist, entscheiden Sie.

Konzipiert, Oktober 2025, überarbeitet handschriftlich März 2026.

D.3.1 Einführung „Pflichten"

Ziel: Erste Inhalte generieren.

Lernen Sie, strukturierte Inhalte zu erarbeiten, um diese später als konsolidierte Wissensbasis nutzen zu können.

Für die Anwendung im beruflichen Alltag sind der rechtliche Rahmen und Sorgfaltspflichten zwingend zu beachten. Besitzt die Firma, in der Sie arbeiten, bereits eine KI-Richtlinie? Wenn ja, binden Sie diese nach Möglichkeit in die folgenden Übungen mit ein. Wenn nein, nutzen Sie die folgenden Übungen, um sich selbst einen Rahmen für die Arbeit mit KI zu geben.

Quality Judgement ist in diesem Kapitel die zentrale Kompetenz: Wer den rechtlichen Rahmen kennt, kann einschätzen, welche Ergebnisse der Chatbot zuverlässig liefert — und bei welchen Themen eine externe Prüfung unerlässlich bleibt.

Konzipiert, Oktober 2025, überarbeitet handschriftlich März 2026.

D.3.2 Hilfestellungen „Pflichten"

D.3.2.1 Sorgfaltspflichten. Nutzen Sie die KI, um sich die wichtigsten Sorgfaltspflichten zu vergegenwärtigen, die beim Umgang mit KI zu beachten sind. Für was nutzen Sie KI aktuell? Welche Inhalte laden Sie zur Bearbeitung hoch, und wofür nutzen Sie die generierten Inhalte? Entwickeln Sie einen Merkzettel, um Ihre Ergebnisse für alle in Ihrem Umfeld verständlich und verfügbar zu machen.

D.3.2.2 Qualitätssicherung. Quality Judgement entwickelt sich nicht durch einmalige Überprüfung, sondern durch Wiederholung. Wer dieselbe Frage mehrmals stellt und die Antworten vergleicht, bekommt ein Gefühl dafür, wo ein Sprachmodell verlässlich arbeitet — und wo es überzeugend klingt, aber falsch liegt. Die Verantwortung für das Ergebnis bleibt beim Menschen. Keine finale Freigabe ohne menschliche Endkontrolle.

D.3.2.3 Persönlichkeitsrechte. Achten Sie auf den Schutz individueller Daten und Rechte. Verarbeiten Sie mit der KI keine privaten Informationen wie Portraitfotos, Adressdaten oder Kontodaten, es sei denn, Sie haben zuvor eine ausdrückliche Erlaubnis eingeholt.

D.3.2.4 EU AI Act. Nutzen Sie die KI, um sich zu komplexen rechtlichen Rahmenbedingungen eine Orientierung zu verschaffen. Erarbeiten Sie im Kontext Ihrer konkreten beruflichen Anwendungsfälle eine Zusammenfassung der wichtigsten Vorgaben, die sich aus dem EU AI Act für Ihre Arbeit ergeben. Bitten Sie Ihren Chatbot, seine Antworten mit konkreten Artikeln des Gesetzestexts zu belegen — und prüfen Sie, ob die zitierten Stellen tatsächlich das enthalten, was der Chatbot behauptet.

D.3.2.5 Urheberrechte. Auch bei der Bearbeitung von urheberrechtlich geschützten Inhalten wie Fotos oder Texten mit KI-Systemen ist grundsätzlich vorab die Zustimmung des Verfassers einzuholen. Wenn Sie mit KI generierte Inhalte als Bestandteil Ihrer Arbeit nutzen, tun Sie dies bewusst und kennzeichnen Sie die Herkunft der entsprechenden Inhalte.

Konzipiert, Oktober 2025, überarbeitet handschriftlich März 2026.

D.3.3 Übungen „Pflichten"

D.3.3.1 Übung — Inhalte gezielt aus einer Liste aggregieren.

Context Assembly — Lernen Sie, aus einer losen Stichwortliste ein inhaltlich strukturiertes Papier zu erstellen.

Aufgabe — Checkliste Datensensibilität: Stellen Sie aus dem Gedächtnis eine lose Stichwortliste zusammen: Welche Informationsarten bearbeiten Sie in einer typischen Projektwoche? Texte, Fotos, Pläne, Besprechungsnotizen, Kundendaten. Geben Sie Ihrem Chatbot eine Definition der vier Kreise aus Unterkapitel C.1.16 und lassen Sie ihn anschließend Ihre Stichwortliste zuordnen. Welche dieser Tätigkeiten sind unproblematisch? Für welche Begriffe wurden Urheberrecht oder Persönlichkeitsrechte angezeigt? Wenn möglich: Weiten Sie diesen Ansatz auf andere Arbeitsbereiche in Ihrem Büro aus.

D.3.3.2 Übung — Qualität der Ergebnisse beurteilen.

Quality Judgement — Lernen Sie, die Vollständigkeit und Richtigkeit einer mit KI generierten Aussage zu beurteilen.

Aufgabe — Faktencheck: Wählen Sie einen Sachverhalt, mit dem Sie aktuell befasst und vertraut sind — beispielsweise eine normative Festlegung an Ihrem aktuellen Projekt, wie etwa die Anforderungen an eine Tür zwischen Küche und Gastraum. Fordern Sie den Chatbot auf, eine detaillierte Ausführung zu allen anzusetzenden Richtlinien und Vorgaben zu erstellen. Prüfen Sie die Aussage gegen Ihr eigenes Wissen oder eine in Ihrem Umfeld verlässlich etablierte Quelle. Halten Sie fest, was korrekt war, was fehlte und was falsch war. Wiederholen Sie den Versuch mit einem Thema, das Sie weniger gut kennen.

D.3.3.3 Übung — Ein Foto anonymisieren.

Iterative Refinement — Lernen Sie, die Persönlichkeitsrechte Dritter zu wahren.

Aufgabe — Fotos retuschieren: Sie haben das Foto eines Ortstermins, auf dem im Hintergrund zwei Mitarbeiter des Bauherrn zu sehen sind. Überdecken Sie die beiden Torsos in einem Bildeditor und formulieren Sie einen Prompt, mit dem das markierte Foto mit zwei neutralen Personen wiederhergestellt werden kann. Fordern Sie abschließend den Chatbot auf, aus Ihrem Ansatz eine allgemein gültige Handlungsanweisung zu formulieren, die später für alle Bereiche Ihres Büros Gültigkeit haben könnte.

D.3.3.4 Übung — Einen Volltext gezielt befragen.

Context Assembly — Lernen Sie, sich einen komplexen fachlichen Inhalt indirekt mittels KI anzueignen.

Aufgabe — Drei Fragen an den EU AI Act: Erfassen Sie alle Fragen, die Sie oder Kollegen in Ihrem Büro an den EU AI Act haben. Laden Sie den Volltext des EU AI Acts in Ihrem Chatbot hoch und bitten Sie: „Beantworte jede meiner Fragen und belege Deine Antwort mit dem konkreten Artikel, auf den Du Dich stützt." Ergänzen Sie die Antwort mit der Aufforderung, aufbauend auf Ihrem Fragenkatalog ergänzende Fragen und Vorgaben zu benennen, die aus dem EU AI Act für ein Planungsbüro resultieren. Extrahieren Sie daraus einen Merkzettel mit zwingenden und optionalen Vorgaben.

D.3.3.5 Übung — Ein bestehendes Werk in einem neuen Projekt zitieren.

Iterative Refinement — Lernen Sie, gestalterische Qualitäten eines eigenen Werks auf ein neues Projekt zu übertragen.

Aufgabe — Gestaltung übertragen: Suchen Sie sich ein Foto eines Ihrer wirklich signifikant gelungenen Bauwerke. Dekonstruieren Sie das Bild in seine wichtigsten gestalterischen Bestandteile: Farbliche Komposition, Materialität, die wichtigsten formgebenden Details oder Ausstattungsmerkmale. Suchen Sie ein passendes neues Projekt, auf das sich die Gestaltung gut übertragen lässt. Versuchen Sie, die KI anzuleiten, die Gestaltung auf das neue Objekt oder in den neuen Raum zu projizieren. Werten Sie Überraschungstreffer und Fehlschläge in der Gruppe aus: Wem gehört das Ergebnis?

Konzipiert, Oktober 2025, überarbeitet handschriftlich März 2026.

D.4 Anwendung in der Praxis

Workflow Integration — KI ist dann am wirkungsvollsten, wenn sie nicht als gesonderte Aktivität behandelt wird, sondern als selbstverständlicher Teil des Arbeitstages.

Konzipiert, Oktober 2025, überarbeitet handschriftlich März 2026.

D.4.1 Einführung „Praxis"

Ziel: KI in den täglichen Arbeitsablauf einbinden.

„Welche Anforderungen sind für die Freianlagenplanung anzusetzen? Überprüfe das Brandschutzkonzept. Und gleiche die dortigen Bestimmungen mit übergeordneten baurechtlichen Vorgaben ab."

Schieben Sie diese Frage nicht vor sich her. Geben Sie die Anforderung in dem Moment an die KI, in dem Sie den notwendigen Lösungsweg im Kopf ausformuliert haben.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Anwendung von KI im beruflichen Alltag am besten aus dem Moment heraus gelingt. So, wie Sie eine dringende Aufgabe kurz auf dem Notizblock festhalten, gelingt produktives Prompten am besten genau dann, wenn Ihr Gehirn der angestrebten Aufgabenstellung die erste konkrete Form gegeben hat.

Unterdrücken Sie den Impuls, sich mittels Vermerks daran zu erinnern, die gerade noch plastisch visualisierte Aufgabenstellung „übermorgen mal mit der KI zu besprechen": Erfahrungsgemäß ist der Gedanke verflogen, sobald man die Aufgabe einmal in die Zukunft vertagt hat.

Workflow Integration ist die Kompetenz dieses Kapitels — und sie ist weniger eine Frage der Technik als eine Frage der Gewohnheit.

Konzipiert, Oktober 2025, überarbeitet handschriftlich März 2026.

D.4.2 Hilfestellungen „Praxis"

D.4.2.1 Kontext. KI braucht Bezug zu Ihrem beruflichen Kontext. Lernen Sie, kleine Aufgabenstellungen zu formulieren, die möglichst nahe an den regulären Anforderungen Ihres beruflichen Alltags liegen. Je spezifischer der Kontext, den Sie dem Chatbot mitgeben, desto brauchbarer das Ergebnis. Der Chatbot weiß nichts über Ihr Büro, Ihre Projekte oder Ihre Entscheidungsgrundlagen — bis Sie es ihm mitteilen.

D.4.2.2 Aktualität. Keine KI-Anwendung und kein neues digitales Planungswerkzeug stellt eine abgeschlossene Lösung dar. Die Entwicklung hält an, und jeden Monat werden neue technische Möglichkeiten verfügbar. Frontier Recognition bedeutet auch: Grenzen, die vor sechs Monaten galten, können heute überwunden sein — und umgekehrt.

D.4.2.3 Prozessanalysen. KI-Bildgeneratoren reagieren auf Sprache — aber nicht immer so, wie man es erwartet. Das erste Ergebnis ist ein Ausgangspunkt, kein Endprodukt. Iterative Refinement bedeutet: den Dialog nicht abzubrechen, wenn das erste Bild nicht stimmt, sondern das Ergebnis zu lesen — und den nächsten Prompt gezielter zu formulieren.

D.4.2.4 Eigenentwicklung. Ein zentraler Mehrwert von Künstlicher Intelligenz liegt in der Entwicklung spezifischer Anwendungen, die Ihnen und Ihren Kolleginnen und Kollegen im Arbeitsalltag wiederkehrend zur Verfügung stehen. Der erste Systemprompt ist selten der beste. Er wird durch wiederholten Einsatz und schrittweise Überarbeitung besser.

D.4.2.5 Mehrwertanalyse. Analysieren Sie gemeinsam die Arbeitsabläufe, für die Sie ein Optimierungspotenzial durch KI identifiziert haben. Eine nüchterne Bilanz — wo hat KI tatsächlich Zeit gespart, wo hat sie mehr Aufwand erzeugt — ist die Grundlage jeder weiteren Planung.

Konzipiert, Oktober 2025, überarbeitet handschriftlich März 2026.

D.4.3 Übungen „Praxis"

D.4.3.1 Übung — Aus einer E-Mail einen Arbeitsplan entwickeln.

Workflow Integration — Lernen Sie, die KI unmittelbar in Ihre laufende Projektkommunikation einzubinden.

Aufgabe — Projektkommunikation: Schritt 1: Kopieren Sie aus einer E-Mail der vergangenen Tage die Textpassage, die ein- oder mehrere aktuell anstehende Aufgaben darlegt. Fordern Sie Ihren Chatbot zunächst auf, aus der Textpassage eine Stichwortliste der Aufgaben zu erstellen. Schritt 2: Fordern Sie den Chatbot auf, zu ermitteln, was genau zu jedem Punkt zu erledigen ist. Schritt 3: Geben Sie dem Chatbot eine Darstellung der handelnden Personen und lassen Sie ihn entscheiden, wer genau was zu tun hat. Überprüfen Sie anschließend, inwieweit der Chatbot die Aufgaben präzise interpretieren und zuordnen konnte.

D.4.3.2 Übung — Plane ein barrierefreies WC.

Frontier Recognition — Lernen Sie, die Grenzen der KI an einer konkreten Planungsaufgabe zu erkennen.

Aufgabe — Barrierefreiheit: Schritt 1: Lassen Sie sich eine vermasste Grundrissdarstellung von einem barrierefreien WC gemäß aktuellem deutschem Baurecht erstellen. Schritt 2: Lassen Sie sich eine Aufstellung der wichtigsten maßlichen Regeln für ein barrierefreies WC gemäß aktuellem deutschem Baurecht erstellen. Schritt 3: Gleichen Sie textliche Vorgabe und grafisches Ergebnis miteinander ab. Finden Sie einen Weg, wie Sie die KI dazu bringen können, eine maßlich korrekte Darstellung zu generieren? Versuchen Sie eine Gegenprobe: Können Sie die Aufgabenstellung so vereinfachen, dass die KI eine maßlich korrekte Grundrissdarstellung erzeugt?

D.4.3.3 Übung — Gestalte einen Innenraum Schritt für Schritt.

Iterative Refinement — Lernen Sie mit KI-Bildgeneratoren Ihren gestalterischen Willen zum Ausdruck zu bringen.

Aufgabe — Mein Lieblingsraum: Schritt 1: Nehmen Sie ein Foto eines beliebigen Innenraums. Bitten Sie die KI, jegliche Möblierung und Dekoration im ersten Schritt zu entfernen. Schritt 2: Dekorieren Sie den Raum schrittweise — von dem Material des Fußbodens, zur Farbe der Wände, zur Anordnung der wichtigsten Möbelstücke bis hin zur finalen Ergänzung von Bildern und anderen gestalterischen Details. Schritt 3: Leiten Sie aus dem besten Ergebnis gezielt ergänzende Illustrationen und Varianten ab. Wie viele Schritte hat es gebraucht, bis das Ergebnis Ihren Vorstellungen entsprochen hat? Notieren Sie, an welchem Punkt Sie aufgehört haben, die KI zu korrigieren — und ob das daran lag, dass das Ergebnis gut war, oder daran, dass Sie Ihre Erwartung angepasst haben.

D.4.3.4 Übung — Eine Checkliste für die nächste Abgabe erstellen.

Task Decomposition — Lernen Sie sich im Arbeitsalltag mit kleinen Anwendungen zu unterstützen.

Aufgabe — Checkliste Bauantrag: Schritt 1: Erörtern Sie mit Ihrem Chatbot Ihr aktuelles Projekt. Welche Planungsprodukte schulden Sie in der aktuellen Leistungsphase? Schritt 2: Erörtern Sie, welche wesentlichen Teilschritte und Vorbedingungen erforderlich sind. Lassen Sie aus dem Ergebnis eine strukturierte Aufgabenliste in Excel erstellen. Schritt 3: Konvertieren Sie mit dem Chatbot die Excel-Tabelle in eine interaktive HTML-Seite, auf der Sie die Teilschritte „In Bearbeitung" oder „Erledigt" setzen können. Eine Excel-Tabelle lässt sich nicht im Browser öffnen — die HTML-Seite schon, auf jedem Gerät, ohne zusätzliche Software.

D.4.3.5 Übung — Ein Leistungsverzeichnis erstellen lassen.

Quality Judgement — Lernen Sie, die Qualität eines KI-generierten Fachtexts gegen ein verlässliches Original zu prüfen.

Aufgabe — Bild zu Text: Schritt 1: Suchen Sie aus einem Ihrer letzten realisierten Projekte das Leistungsverzeichnis eines singulär ausgeführten Bauteils — zum Beispiel eine Küchenzeile, ein aufwändig detaillierter Waschtisch oder eine maßgeschneiderte Wendeltreppe. Schritt 2: Geben Sie Ihrem Chatbot ein Foto des entsprechenden Bauteils und fordern Sie eine detaillierte Beschreibung mit allen Materialien und Detailpunkten. Schritt 3: Fordern Sie den Chatbot auf, die Detailbeschreibung in ein Leistungsverzeichnis zu übertragen. Vergleichen Sie abschließend das von der KI erstellte LV mit Ihrem Original.

Konzipiert, Oktober 2025, überarbeitet handschriftlich März 2026.

D.5 Integration in den Büroalltag

Workflow Integration (organisatorisch) — KI im Büro einzuführen ist kein Projekt. Es ist eine kontinuierliche Aufgabe, die Führung erfordert.

Konzipiert, Oktober 2025, überarbeitet handschriftlich März 2026.

D.5.1 Einführung „Integration"

Ziel: Dem KI-Wildwuchs im Büro Façon bringen.

Ohne KI-Leitfaden und direkte Ansprache der Mitarbeitenden herrscht im Büro und am Projekt schnell Wildwuchs. Als browserbasierte Software sind zahllose Angebote — oftmals gratis, das heißt: Sie zahlen mit Ihren Daten — durch jede Firewall auf jedem Rechner im Büro verfügbar. Welche sensiblen Inhalte Kolleginnen und Kollegen mit unlizenzierten Systemen außerhalb des europäischen Rechtsraums verarbeiten, ist nicht zu überblicken.

Change-Management ist in diesem Kontext nicht wünschenswert, sondern zwingend erforderlich.

Dieses Kapitel richtet sich an diejenigen, die in ihrem Büro Verantwortung tragen. Workflow Integration und Context Assembly sind hier nicht individuelle, sondern organisatorische Kompetenzen: Wie stellt man sicher, dass das gesamte Team KI sinnvoll, rechtssicher und produktiv einsetzt? Frontier Recognition gilt auch für Führungsteams — man muss wissen, welche Prozesse sich für KI eignen und welche nicht, bevor man Entscheidungen trifft.

Konzipiert, Oktober 2025, überarbeitet handschriftlich März 2026.

D.5.2 Hilfestellungen „Integration"

D.5.2.1 Führungsteam. Der Einsatz von KI-Anwendungen muss mit den betrieblichen Zielen abgeglichen werden. Hierzu ist eine KI-Führungsgruppe unerlässlich, die die methodische Integration fortlaufend begleitet und den notwendigen organisatorischen Rahmen gewährleistet. Context Assembly gilt auch auf der Führungsebene: Wer die Ziele und Randbedingungen des Büros nicht klar formulieren kann, wird auch kein KI-System sinnvoll einsetzen.

D.5.2.2 Bereitschaft. Identifizieren Sie diejenigen in Ihrem Unternehmen, die Interesse und Bereitschaft für die neue Technologie zeigen. Fördern Sie Neugier und Lernbereitschaft im Team. Teilen Sie Erfolge und Erfahrungen in der Gruppe. Iterative Refinement gilt auch für Teams: Der erste Versuch wird nicht perfekt sein — und das ist in Ordnung.

D.5.2.3 Budgetierung. Erfassen Sie die Werkzeuge, die Sie testen wollen. Erarbeiten Sie auf dieser Grundlage ein Jahresbudget an Lizenzen, die Sie zur Erprobung erwerben wollen. Leiten Sie aus der Eingangsphase Erfahrungswerte ab, welche Zeitkontingente für die systematische Erprobung benötigt werden.

D.5.2.4 Kommunikation. Stellen Sie sicher, dass die Integration von KI-Anwendungen in der gesamten Belegschaft transparent kommuniziert wird. Erfassen Sie, welche KI-Software zum Einsatz kommt, und erstellen Sie interne Regeln für den Einsatz dieser neuen Werkzeuge. Ohne klare Kommunikation entsteht Unsicherheit — und Unsicherheit fördert genau den Wildwuchs, den Sie vermeiden wollen.

D.5.2.5 Risikoanalyse. Analysieren Sie gemeinsam die unterschiedlichen Softwarelösungen, die neu zum Einsatz kommen sollen. Beurteilen Sie das mögliche Risiko, sollte eine Software nicht mehr verfügbar sein. Gibt es alternative Anbieter? In welchen Datenformaten sind die erarbeiteten Ergebnisse gespeichert? Frontier Recognition bedeutet hier: Nicht jede neue Lösung ist so stabil und dauerhaft verfügbar, wie ihr Anbieter verspricht.

Konzipiert, Oktober 2025, überarbeitet handschriftlich März 2026.

D.5.3 Übungen „Integration"

D.5.3.1 Übung — Aus einem Transkript ein Protokoll erstellen.

Frontier Recognition — Lernen Sie, aus einem Transkript ein Protokoll zu erstellen.

Aufgabe — Konstituierende Sitzung: Nutzen Sie die in D.2 und D.3 erarbeiteten Inhalte — Sorgfaltspflichten, Qualitätssicherung, Datenschutz, Urheberrecht, EU AI Act und Ethik-Leitlinien — als Grundlage für eine Agenda der ersten Sitzung Ihres KI-Führungsteams. Stellen Sie sicher, dass das Gespräch transkribiert wird. Nutzen Sie das Transkript anschließend, um ein Protokoll erstellen zu lassen — mit Ergebnissen, offenen Fragen und vereinbarten nächsten Schritten. Beobachten Sie, welche Konstellationen und Inhalte geeignet sind und unter welchen Umständen das gesprochene Wort zu viele Implikationen und externe Referenzen enthält, so dass die KI inhaltlich nicht mehr hinterherkommt.

D.5.3.2 Übung — Aus einem Inhalt ein zweites „Produkt" erstellen.

Workflow Integration — Identifizieren Sie Anwendungsbereiche, in denen sich KI leicht und unmittelbar integrieren lässt.

Aufgabe — KI im Büro lancieren: Nutzen Sie Agenda, Protokoll und den Entwurf der KI-Richtlinie aus der vorangegangenen Übung als Ausgangsmaterial. Bitten Sie Ihren Chatbot: „Formulier daraus einen kurzen Beitrag für unser Intranet oder eine E-Mail an die Belegschaft — sachlich, einladend, ohne Fachjargon. Was hat das Führungsteam besprochen? Was ändert sich? Wo können sich Mitarbeitende einbringen?" Prüfen Sie innerhalb Ihrer Belegschaft den erzeugten Effekt.

D.5.3.3 Übung — Vibe-Coding: Kleine Anwendungen in den Alltag einbauen.

Workflow Integration — Lernen Sie, mit KI kleine Anwendungen zu programmieren, die sich im Arbeitsalltag wiederholt nutzen lassen.

Aufgabe — Was kostet das: Erstellen Sie im Dialog mit Ihrem Chatbot eine Übersicht der KI-Werkzeuge, die Sie in den vergangenen Wochen genutzt haben. Ergänzen Sie für jedes Werkzeug: monatliche Kosten, geschätzter Zeitgewinn pro Woche, Anzahl der Mitarbeitenden, für die eine Lizenz sinnvoll wäre. Bitten Sie dann: „Berechne daraus ein einfaches Jahresbudget und formulier auf dieser Grundlage einen ersten Vorschlag für meine Budgetplanung." Lassen Sie aus dieser Berechnung eine kleine variable Anwendung erstellen, mit der Sie verschiedene Variablen testen können.

D.5.3.4 Übung — Ein Agent für die interne Kommunikation erstellen.

Context Assembly — Lernen Sie, eine einfache Wissens-Instanz zu erstellen.

Aufgabe — Die Wissens-Instanz: Sammeln Sie die im Übungskapitel „Pflichten" erstellten Leitfäden sowie das Protokoll der konstituierenden Sitzung Ihrer KI-Führungsgruppe. Bitten Sie Ihren Chatbot: „Hilf mir, einen Systemprompt zu entwickeln, mit dem ich eine KI-Instanz erstellen kann, die unsere Mitarbeitenden über die Nutzung von KI im Büro informiert." Laden Sie die gesammelten Dokumente als Wissensbasis hoch und richten Sie die Instanz als Custom GPT, Gem oder Agent ein. Testen Sie den Agenten in der Gruppe mit konkreten Fragen.

D.5.3.5 Übung — Ein Agent für die rechtliche Bewertung erstellen.

Context Assembly — Lernen Sie, eine einfache Wissens-Instanz zu erstellen.

Aufgabe — Software auf dem Prüfstand: Erarbeiten Sie die Prüfkriterien, die ein Softwareanbieter erfüllen muss, um als DSGVO-konform zu gelten. Wo werden Daten verarbeitet? Unter welchem Rechtsrahmen? Gibt es eine DSGVO-konforme Nutzungsvereinbarung? Erstellen Sie im zweiten Schritt auf dieser Grundlage den Systemprompt für einen Agenten, um Softwareanbieter automatisch auf diese Kriterien hin prüfen zu lassen. Testen Sie den Agenten in der Gruppe mit den in Ihrem Büro üblichen Softwareanwendungen.

Konzipiert, Oktober 2025, überarbeitet handschriftlich März 2026.